
Studienergebnisse
![]() | Ernährung als Anämie-Risiko |
Anämien sind bei postmenopausalen Frauen häufig die Folge von Ernährungsfehlern. Dies kam in einer Analyse der Women's Health Initiative (WHI) im Journal of the American Dietetic Association (2011; 111: 532-541) heraus.
Die im Rahmen der Women's Health Initiative durchgeführte Beobachtungsstudie gehört mittlerweile zu den wichtigsten Quellen für ernährungswissenschaftliche Forschungen. Mehr als 90.000 Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren hatten über einen Zeitraum von 9 Jahren regelmäßig den Food Frequency Questionnaire ausgefüllt, der Angaben zu mehr als 85 Nährstoffen erlaubt.
Cynthia Thomson von der Universität in Tuczon/Arizona hat in den Daten nach möglichen Ursachen für die Anämie gesucht, die bei Frauen mit zunehmenden Alter häufiger diagnostiziert wird.
Bei vielen Frauen lagen Ernährungsfehler vor. Die drei wichtigsten Risikofaktoren waren eine zu geringe Zufuhr von Eisen, Vitamin B12 und Folsäure, die jeweils mit einem um 10 bis 20 Prozent erhöhten Risiko auf eine Anämie verbunden waren.
Auch eine zu geringe Zufuhr von Kalorien, Protein, Vitamin C und rotem Fleisch war mit einer erhöhten Rate von Anämien assoziiert. Insgesamt lag bei 5,5 Prozent aller Teilnehmerinnen eine Anämie vor, definiert als ein Hämoglobinwert von weniger als 12,0 g/dl.
Erstaunlich war, dass die Einnahme von Multivitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln, die für viele US-Amerikanerinnen zum festen Speiseplan gehören, sie nicht vor der häufigen Mangelerkrankung schützte.
Quelle: aerzteblatt.de [Mehr]
![]() | Vorhofflimmmern überwiegend vermeidbar |
Mehr als die Hälfte aller Erkrankungen am Vorhofflimmern sind auf modifizierbare Risikofaktoren zurückzuführen und deshalb im Prinzip vermeidbar. Dies zeigt eine Studie in Circulation (2011; doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.110.009035). Heraus kam aber auch, dass optimale Bedingungen für eine Prävention nur bei jedem zwanzigsten Erwachsenen vorliegen.
Das Vorhofflimmern ist die häufigste klinisch relevante Herzrhythmusstörung. Es erkranken überwiegend ältere Menschen. Bei den über 65-Jährigen beträgt die Prävalenz 3 bis 5 Prozent. Die Risikofaktoren sind bekannt: Neben kardialen Vorerkrankungen sind dies in erster Linie arterielle Hypertonie, Adipositas, Typ-2-Diabetes mellitus und Rauchen.
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![]() | H. pylori-Toxin kann Parkinson auslösen |
Der Ulkuserreger H. pylori enthält ein Neurotoxin, das in einem Mausmodell der Erkrankung einen Morbus Parkinson induzieren kann. Dies zeigen Studienergebnisse, die auf der Jahrestagung der American Society for Microbiology in New Orleans vorgestellt wurden. Sie deuten darauf hin, dass der Erreger von peptischen Ulzera eine wichtige Rolle in der Pathogenese der degenerativen Hirnerkrankung spielen könnte. Ein Beweis steht allerdings noch aus.
Bereits in den 1960er Jahren wurde beobachtet, dass Menschen mit peptischen Ulzera häufiger als andere an einem Morbus Parkinson erkranken, berichtet Traci Testerman von der Louisiana State University in Shreveport. Jüngere Studien hätten gezeigt, dass Patienten mit Morbus Parkinson häufiger als andere mit Helicobacter pylori infiziert sind.
Einen weiteren Hinweis auf einen Zusammenhang liefert die Häufung von Parkinsonerkrankungen auf dem Archipel Guam im westlichen Pazifik. Zum Speiseplan der dortigen Einheimischen gehören die Samen der Cycas-Palmfarne. Diese enthalten ein Cholesteryl-Glucosid, das neurotoxische Eigenschaften hat. Ein fast identisches Molekül wird auch von H. pylori gebildet.
Testerman und Mitarbeitern ist es nun gelungen, Mäuse genetisch so zu verändern, dass sie nach einer Infektion mit H. pylori an einem Parkinson-Syndrom erkranken, das wie die Erkrankung beim Menschen durch einen Mangel an Dopamin ausgelöst wird. Zur Erkrankung kam es auch, wenn die Forscher die Nahrung der Tiere mit abgetöteten Bakterien angereichert hatten.
Dies spricht dafür, dass nicht die Infektion selber, sondern ein Toxin (oder eine Immunreaktion darauf) die Anfälligkeit auf die Erkrankung fördert, die nur bei älteren Tieren ausgelöst werden konnte. Auch dies ist eine Parallele zur Parkinsonerkrankung des Menschen.
Die Induktion der Erkrankung in einem eigens zu diesem Zweck entwickelten Tiermodell, ist natürlich nicht beweisend. Der nächste Schritt könnte darin bestehen, die Auswirkungen einer H. pylori-Eradikation auf die Symptome und das Fortschreiten der Erkrankung zu untersuchen, wie dies jüngst in einer kleinen randomisierten Studie in Helicobacter (2011; 15: 279-294) versucht wurde.
Dort wurden positive Auswirkungen auf Bradykinesie und Rigidität beobachtet, die sicherlich erst durch weitere Gruppen bestätigt werden müssen. Da bei Ausbruch der Erkrankung die meisten Zellen in der Substantia nigra bereits zerstört sind, dürften sich die Auswirkungen in Grenzen halten. Zu untersuchen wäre auch, ob eine Infektion mit H. pylori die Resorption von Parkinson-Medikamenten wie L-Dopa beeinflusst.
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![]() | Gesunder Lebensstil vermeidet plötzlichen Herztod |
Vier gesunde Lebensweisen senken das Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden, um mehr als 90 Prozent. Dies zeigt eine Analyse der Nurses' Health im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2011; 306: 62-69).
Die Behandlungsergebnisse des Herzinfarktes haben sich zwar in den letzten Jahrzehnten deutlich gebessert. Viele Patienten sterben jedoch, bevor sie eine Klinik erreichen. Auf den plötzlichen Herztod entfällt mehr als die Hälfte aller kardialen Todesfälle.
Die meisten Fälle sind durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar. Die vier wichtigsten Lebensregeln lauten: Nicht Rauchen, schlank bleiben (Body-Mass-Index unter 25), täglich eine halbe Stunde Sport und sich mediterran ernähren mit viel Obst und Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Fisch sowie Alkohol in Maßen.
In der Nurses' Health Study, die 81.722 Krankenschwestern über 26 Jahre begleitete, nahm das Risiko auf einen plötzlichen Herztod um so stärker ab, je mehr der vier Regeln eingehalten wurden. Von den insgesamt 321 Todesfällen entfielen nur 3 auf Frauen mit dem vorbildlichen Low Risk Lifestyle, der alle Kriterien erfüllte.
Stephanie Chiuve vom Brigham and Women's Hospital in Boston errechnet eine Risikominderung um 92 Prozent (relatives Risiko 0,18; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,07-0,49).
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![]() | Grüner Tee Extrakt und L-Theanin stimulieren das Gedächtnis |
Einundneunzig Personen, die leichte kognitive Störungen, die ein Risikofaktor für Alzheimer sind, aufweisen, haben auf zufallsbedingte Weise eine Mischung aus Grünem Tee Extrakt und L-Theanin oder ein Placebo, über einen Zeitraum von sechszehn Wochen, verabreicht bekommen.
Es wurden Tests durchgeführt, um das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit zu beurteilen. Die Ergebnisse haben Verbesserungen des Gedächtnisses bei den Personen, die Grünen Tee Extrakt verbunden mit L-Theanin verabreicht bekommen haben, gezeigt: es wurden marginale Verbesserungen bei der Phase der Wiedererkennung und eine deutliche Erhöhung des Gedächtnisses bei gelesenen Wörtern beobachtet. Elektroenzophalogramme wurden bei vierundzwanzig Versuchspersonen der Studie durchgeführt und haben Verbesserungen der Indikatoren der mentalen Wachsamkeit in spezifischen Zonen des Gehirns gezeigt.
(Journal of Medicinal Food, Volume, Issue 4, pages 334-343)
![]() | Gemüse und Früchte schützen Frauen vor Schlaganfällen |
Frauen, die Nahrungsmittel mit vielen Antioxidantien zu sich nehmen, haben weniger Schlaganfälle. Diese Zusammenhänge treten unabhängig davon auf, ob die Frauen an einer kardiovaskulären Krankheit leiden oder keine derartige Vorerkrankung haben. Diese Entdeckungen machten Wissenschaftler um Susanne Rautiainen von dem Karolinska Institutet in Schweden. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Stroke (doi: 10.1161/STROKEAHA.111.635557).
Das Essen von antioxidationsmittelreicher Nahrung hemmt den sogenannten oxidativen Stress. Dieser ist letztendlich ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion von freien Radikalen, die die Zellen angreifen, und der körperlichen Antwort, um diese zu neutralisieren.
Antioxidantien wie Vitamin C und E, Karotine und Flavonoide können in der Theorie oxidativen Stress und Entzündungen vermindern, indem sie freie Radikale beseitigen. Flavonoide können danach außerdem die endothelialen Funktionen verbessern, indem sie die Blutgerinnung, den Blutdruck und Entzündungen des Endothels positiv beeinflussen.
Für ihre Studie verwendeten die Wissenschaftler die Daten der schwedischen Mammographie-Kohorte. Diese schloss 31.035 Frauen ohne kardiovaskuläre Erkrankungen und 5.680 Frauen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen ein.
Die Frauen waren zwischen 49 und 83 Jahre alt. Von den Frauen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen erlitten 1.007 einen Schlaganfall innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 9,6 Jahren. Von den Frauen ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen waren es 1.322 in einem Zeitraum von 11,5 Jahren.
Die Wissenschaftler befragten die Studienteilnehmer nach ihren Ernährungsgewohnheiten mithilfe von Fragebögen. Dabei berechneten sie für alle Studienteilnehmer jeweils die aufgenommene Antioxidationsmittel-Konzentration (TAC) ihrer Nahrung.
Im Anschluss kategorisierten sie die Frauen gemäß ihrer TAC-Konzentrationen und teilten sie in fünf Gruppen ein. Davon hatte eine Gruppe bisher keinerlei kardiovaskuläre Vorerkrankungen, wohingegen die anderen vier Gruppen bereits kardiovaskulär vorerkrankt waren.
Die Frauen ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen hatten den höchsten TAC, wobei etwa 50 Prozent ihrer Antioxidationsmittelkonzentrationen aus Gemüse und Früchten stammte. Weitere 18 Prozent kamen aus Vollkornprodukten, 16 Prozent aus Tee und fünf Prozent aus Schokolade.
Insgesamt zeigte sich, dass höhere TAC-Konzentrationen in der Nahrung mit einer niedrigeren Schlaganfallrate, bei Frauen ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen, einhergingen.
Frauen ohne kardiovaskuläre Krankheiten mit einer hohen TAC-Konzentration hatten ein um 17 Prozent vermindertes Risiko für einen Schlaganfall im Gegensatz zu den Frauen der gleichen Gruppe, die wesentlich geringere TAC-Konzentrationen in ihrer Nahrung hatten.
Auch Frauen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen und hohen TAC-Konzentrationen hatten ein signifikant geringeres Risiko für einen Schlaganfall als Frauen mit niedrigeren TAC-Konzentrationen. Quelle: aerzteblatt.de [Mehr]
![]() | Phosphatzusätze in Lebensmitteln begünstigen Gefäß- und Nierenschäden |
Die Phosphatzufuhr über Nahrungsmittel und die Höhe der Konzentration von Serumphosphat sind nicht nur für Nierenkranke bedeutsam. In neuerer Zeit hat sich gezeigt, dass Phosphatzusätze in Nahrungsmitteln auch bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen und selbst in der Allgemeinbevölkerung nachteilige gesundheitliche Auswirkungen haben können. Bereits hochnormale Serumphosphatspiegel sind bei jungen gesunden Männern mit dem Auftreten von Koronarverkalkungen vergesellschaftet (6), und hochnormale Serumphosphatspiegel waren in der Framingham-Studie ein Prädiktor kardiovaskulärer Ereignisse (7). Eine erhöhte Mortalität wurde vor allem bei nierengesunden kardial erkrankten Patienten mit Serumphosphatspiegeln im oberen Normbereich gesehen. Ein vermeidbares Gesundheitsproblem von bislang unterschätztem Ausmaß verbirgt sich hinter der verbreiteten Verwendung von Phosphat als Nahrungsmittelzusatzstoff beziehungsweise als Konservierungsmittel. Dieses „freie“, nicht organisch gebundene Phosphat wird intestinal sehr effektiv absorbiert. Klassische Beispiele für Nahrungsmittel mit hohen Phosphatzusätzen sind zum Beispiel bearbeitetes Fleisch („processed meat“), Schinken, Wurst, Fischkonserven, Backwaren, Cola-Getränke und andere Softdrinks. Ein wichtiges Problem, das die diätetische Führung der Patienten erschwert, besteht darin, dass der Phosphatgehalt, und speziell der Phosphatzusatz, in Nahrungsmitteln nicht gekennzeichnet ist.
Quelle: aerzteblatt.de [Mehr]

